Wunder gibt es immer wieder

01.06.2011 — Fast kein Krankenhaus kommt in Italien ohne Dussmann Service aus. Annähernd jedes lässt die Verpflegung von Patienten und Personal oder die Klinikhygiene vom Experten erledigen. Nun betritt Dussmann Italien ganz neue Geschäftsfelder, ohne im angestammten Gesundheitswesenmarkt zu verlieren – eine bewegte Geschichte aus Neapel.

Renato Granato (trenitalia), Vincenzo Liguori, Orazio Cuozzo, Pietro Diamantini (Trenitalia), Pietro Auletta und Michele Di Lillo (Trenitalia) vor einem “Frecciarossa”

Sterilgutversorgung für Krankenhäuser

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Das Produktportfolio von Steritalia umfasst die gesamte Prozesskette rund um sterile OP-Bestecke. Dussmann Italien ist Mehrheitsgesellschafter

Serviceplus Das Magazin

Text: Michaela Mehls
Fotos: Kay Herschelmann 

Anno 1861, vor 150 Jahren, rief König Vittorio Emanuele in Turin das vereinigte Königreich Italien aus und legte den Grundstein für die nationale Einheit. Zuvor war das Land 1.400 Jahre lang Spielball fremder Mächte gewesen. So feiert Italien 2011 sich selbst: „Erlebnis Italien“, 250 Tage lang. Um eine der Festivitäten zu besuchen, nutzen viele die Bahn.  

Wenn es schnell gehen soll, den Frecciarossa, den „roten Pfeil“. In den weichen Sitz sinken, die vom Zugpersonal angebotene Tageszeitung durchblättern, ein oder zwei Artikel lesen, den servierten Kaffee trinken, ein Telefonat erledigen und schon ist eine gute Stunde vergangen. In „1h 10min“ hat der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa die rund 200 Bahnkilometer von Rom nach Neapel zurückgelegt. Spitze: 360 km/h. Zwar führt die „alta velocità“- Strecke der italienischen Staatsbahn Trenitalia seit Dezember 2009 weiter bis Salerno. Für die gesamten eintausend Schienenkilometer, die die Wirtschaftszentren Turin, Mailand, Bologna, Rom, Neapel und Salerno verbinden, benötigt der Zug weniger als vier Stunden. Aber einmal am Tag heißt es für die rotweißen Züge in Neapel „Endstation“; dann fahren sie ein in eine der größten Wartungs- und Reinigungsanlagen, die Trenitalia betreibt, in der Stadt am Fuße des Vesuvs .  

25 Frecciarossas rollen täglich in die Halle. Auf einer Breite von etwa 150 Metern stehen sie Seite an Seite. Das Paradestück der Bahn soll glänzen, die Technik störungsfrei arbeiten; die Investition von etwa 30 Millionen Euro pro Zug im Wert erhalten bleiben und die Passagiere von der Qualität und der Sauberkeit begeistert sein. Dafür legen sich rund 600 Trenitalia-Mitarbeiter in der Wartung sowie 200 Mitarbeiter von Dussmann Service mächtig ins Zeug. „Jede Stunde, jeden Tag, auch an Weihnachten“, sagt Michele Di Lillo, der bei Trenitalia die Zugreinigung verantwortet. Denn Dussmann ist seit September 2009 privater Partner des Staatsunternehmens und reinigt 3.000 Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge in den südlichen Regionen Kampanien, Apulien, Basilicata und Molise. „Jetzt machen die Deutschen sauber“, titelte zum Start die örtliche Presse und die Süddeutsche Zeitung meinte sechs Monate später: „In Neapel hat das Zusammenspiel gerade ein kleines Wunder herbeigeführt.“  

Das „Wunder“ ist jedoch das Ergebnis professioneller Dienstleistung und einer guten Personaleinsatzplanung. Oder, wie es Dussmann-Italien-Vorstand Pietro Auletta nennt, „eine besondere Kombination aus deutscher Organisation und italienischem Personal”. Weiterhin investierte Dussmann umfangreich in Reinigungsausrüstung und -chemie. Dinge, die die vorherigen Dienstleister anscheinend geglaubt hatten sich sparen zu können. Dazu gehören Arbeitskleidung in Signalfarben, Elektromobile, umweltschonende Reinigungsmittel, fahrbare Waschstraßen für die Außenhaut und biologisch abbaubare Graffiti-Entferner. Dieser Einsatz bleibt von den Passagieren nicht unbemerkt: Bei einer Kundenbefragung in Apulien äußerten sich 85 Prozent der Befragten zufrieden mit der Sauberkeit in den Zügen. Für solch einen Frecciarossa, mit seinen zehn Waggons und einem Speisewagen, benötigt das Dussmann-Team eine Stunde, bis er nach der täglichen Reinigung wieder für die nächste Fahrt bereit steht, erzählt Orazio Cuozzo. Der gebürtige Neapolitaner leitet die Dussmann-Niederlassung Neapel sowie die neu gegründete Verkehrssparte. Zusätzlich begleitet jede Fahrt ein Reinigungsmitarbeiter, „für Notfälle“, sagt Orazio Cuozzo. Zu der Grundreinigung, mit besonderem Augenmerk auf die Böden, die Sitze und die Toiletten, stehen täglich weitere Aufgaben im Umlauf an. An einem Tag die Fenster, am nächsten die Polster usw. Auch die Aufgaben bei der wöchentlichen Reinigung sind von Trenitalia detailliert festgelegt. Weitere Sonderreinigungen erfolgen alle sechs Monate oder auf Anfrage. Dann werden auch die Polstersitze im Deap-cleaning-Verfahren gereinigt. Bei 600 Sitzen pro Zug dauert es vier bis fünf Stunden, bis alle Sitzpolster abgenommen, mit Schaum gereinigt und wieder montiert sind.  

Ebenso wie bei Flugzeugen, kosten auch bei der Bahn stehende Züge Geld. Kein Zug darf verspätet aus der Halle rollen. Und so muss auch das Filmteam aus Deutschland schnell die letzten Einstellungen drehen, damit der 18.50-Uhr-Frecciarossa nach Bologna pünktlich auf die Schienen kommt. Für das ARD-Europamagazin entsteht hier der Beitrag „Dussmann putzt Neapel“.  

Ins Rollen kommt auch Trenitalia, drittgrößtes Bahnunternehmen Europas. Seit vor rund zwei Jahren Mauro Moretti als Chef an Bord kam, entwickelt sich die italienische Staatsbahn zum „Jäger, statt, wie bisher, gejagter“, wie Moretti 2010 nach der Übernahme des französischen Nahverkehrsunternehmen ARRIVA sagte. Services, Streckennetz und Qualität – an diesen Stellschrauben dreht Moretti und er dreht mit Erfolg. Der Frecciarossa, wie er in der Wartungshalle steht, gehört schon bald der Vergangenheit an, ebenso wie seine 1. und 2. Klasse. Denn ab September wählt der Reisende stattdessen aus vier Servicelevels. „Auf dem Frecciarossa lösen wir die Klassen im Sinne von sozialem Unterschied auf“, so Moretti der Zeitung La Stampa gegenüber. Zur Wahl stehen Basis, Premium (mit einem Getränk und Zeitungen), Business (mit hochwertigerer Ausstattung, mehr Platz, Getränk und Lesestoff) sowie Executive (ein „rollendes Büro“, mit Konferenzabteil, Hostessservice und Ledersitzen). WLAN kann der Hochgeschwindigkeitsreisende zukünftig in allen Levels nutzen. Im Herbst wird auch der „Etr 1000“ präsentiert, der Hochgeschwindigkeitszug der neusten Generation. Trenitalia führt gleichzeitig ein neues Tarifsystem ein: Wer früh bucht, der spart und reist, zum Beispiel, ab neun Euro von Venedig nach Turin. Reisen zu diesen Preisen sei wie „eine Pilgerreise für Laien“, so Moretti. 

Eine Reise nach Turin, um mit Italien zu feiern, lohnt. Ein Besuch in der Hauptstadt des Piemonts, für seine exquisite Küche bekannt und für die längsten Arkadengänge Europas. Wer den Frecciarossa nimmt, auch wenn die Reise in die Autostadt führt, wo das Herz von FIAT schlägt, kommt einfach schneller und entspannter ans Ziel.      
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