„Wir sind die Problemlöser für unsere Kunden“

01.10.2011 — Dirk Brouwers, 45, ist seit April 2011 Vorstandsvorsitzender der Dussmann Gruppe. Im Serviceplus-Interview spricht er über Perspektiven, Unternehmenskultur und weltweite Qualitätsstandards.

Dirk Brouwers, 45, ist seit April 2011 Vorstandsvorsitzender der Dussmann

Serviceplus Das Magazin

Interview: Gerd Hartmann
Foto: Reto Klar

Ein neuer Mann an der Spitze der Dussmann Gruppe. Bedeutet das auch einen Strategiewechsel? 

So neu bin ich gar nicht. Ich habe bisher Dussmann Service Deutschland verantwortet, also einen sehr wichtigen Geschäftsbereich. Mit meinen Kollegen Axel Gränitz und Jörg Braesecke, die das Auslandsgeschäft und Kursana seit vielen Jahren führen, sind die drei operativ Verantwortlichen weiterhin an Bord. Schon allein daraus kann man nachvollziehen, dass es keinen Strategiewechsel im Großen gibt. Wir werden aber an verschiedenen Stellen andere, neue oder ergänzende Wege gehen. Wir haben die Holdingstruktur und die einzelnen Sparten herausgearbeitet und suchen jetzt nach Gemeinsamkeiten: Synergiepotenziale im Einkauf, gemeinsame Produktentwicklung, gemeinsamer Großkundenvertrieb national und international. Vielleicht auch neue Produktkombinationen zwischen Dussmann Service und Kursana, wenn Sie zum Beispiel an das Betreute Wohnen zu Hause denken. Da gibt es für die Zukunft Marktchancen, die wir entwickeln können. Im Service-Bereich werden wir außerdem stärker Differenzierungen in den Branchen vornehmen, wo wir mit unseren Dienstleistungen nah oder näher an den Kernprozess des Kunden kommen. Außerdem wollen wir noch mehr für die Bindung und die Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter tun. Dazu haben wir die Dussmann-Akademie in Zeuthen erheblich ausgebaut. 

Die Kunden sollen Dussmann weltweit „aus einem Guss“ erleben. Wie schafft man das?  

Bei der Leistungs- und Produktpalette ist es wichtig, dass man Produktentwicklungen so implementiert, dass sie allen zur Verfügung stehen. Außerdem muss man einen Qualitätssicherungsprozess im Sinne eines zentralen Qualitätsmanagements über die Organisation ziehen, der garantiert, dass die Dienstleistungsqualität weltweit möglichst einheitlich erbracht wird. Natürlich in den jeweils landesspezifischen Ausprägungen, die aber gewollt und vom Ablauf so vorgesehen sein müssen. Die dritte Säule ist das Training der Mitarbeiter. 

Was sind die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale von Dussmann Service?

Sehr wichtig ist unsere außerordentlich gute Flächendurchdringung und die Breite unseres Dienstleistungsangebotes in Deutschland, im angrenzenden Ausland und auch zunehmend weltweit in den Ländern, wo wir aktiv sind. Unsere Mitarbeiter denken dienstleistungsorientiert. Das macht uns für den Kunden flexibel und effektiv. Wir erbringen alle Dienstleistungen in eigener Wertschöpfung. Wir haben also selbst das Expertenwissen und sind keine Fremdleistungsmanager. Und wir sind sehr innovativ. Wir sind jederzeit in der Lage, unsere Dienstleistungen weiter- und neue Dienstleistungen hinzuzuentwickeln. So übernehmen wir die Funktion als Problemlöser für unsere Kunden.  

Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde. Wo steht Dussmann?

Das ist zwar zunächst ein Schlagwort, hinter dem sich aber sehr viel verbirgt. Wir arbeiten schon lange daran. In der Reinigung haben wir beispielsweise schon früh in vielen Bereichen vom zweistufigen auf das einstufige Verfahren umgestellt. Das spart Energie, Wasser und Chemie. Im Catering setzen wir uns für den Einsatz nachhaltig erzeugter Lebensmittel ein. Beim Thema Regionalität sind wir ganz vorne mit dabei. Wir setzen auf regionale Verbünde, die frische Produkte in unseren Catering- Prozess einbringen. Wir machen uns über das Thema Elektromobilität Gedanken. Da sind wir mit Automobilherstellern im Gespräch und schauen nach Konzepten, wie wir auf Elektromobile umrüsten können. Außerdem haben wir ein eigenes Ökolabel entwickelt: das Dussmann EcoSystem, das in Zukunft auf Produkte kommt, die das Thema Nachhaltigkeit auf besondere Weise unterstützen.  

Gibt es weitere Aspekte, bei denen Nachhaltigkeit eine Rolle spielt?  

Seit vielen Jahren beeinflussen wir auch das Nutzerverhalten in Gebäuden für unsere Kunden, im Sinne von Energie- und Wasserersparnis. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit sind auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit wichtig. Die Weiterbildung und Bindung von Mitarbeitern hat auch etwas damit zu tun. Seit vielen Jahrzehnten unterstützt Dussmann kulturelle und soziale Einrichtungen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher kultureller und strategischer Baustein in der Unternehmensstrategie. 2012 wird erstmals ein Nachhaltigkeitsbericht erscheinen. Unsere Aufgabe ist momentan, die verschiedenen Bausteine zu einem transparenten Gesamtkonzept zusammenzuführen.  

Stichwort Unternehmenskultur. Welche Schwerpunkte sehen Sie da?  

Ein Grundpfeiler ist die sehr hohe Kundenorientierung. Wir sind für den Kunden Problemlöser und teilweise auch Gastgeber. Manchmal auch eine Mischung aus beidem. Das prägt unsere Haltung. Wir wollen mit den Augen des Kunden sehen, was zu tun ist. Ein guter Dienstleister sollte erkennen, was die jeweilige Situation von ihm verlangt und Verantwortung übernehmen. Die Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitern ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Neben der Weiterbildung gehört dazu auch eine faire Entlohnung. Wir wissen natürlich, dass wir das nicht völlig entkoppelt vom Wettbewerbsumfeld tun können. Aber wir versuchen strategisch für allgemeinverbindliche branchenspezifische und regional angepasste Mindestlöhne zu kämpfen, um sicherzustellen, dass in diesem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld für alle Marktteilnehmer die gleichen Regeln gelten. Nur dann hat man eine Chance, das an seine Mitarbeiter weitergeben zu können. In ganz besonderer Weise prägt unsere Kultur, dass wir ein Familienunternehmen sind. Darauf sind wir stolz.  

Sie sind kürzlich mit Ihrer Familie nach Berlin umgezogen. War das eine große Umstellung?  

Ich lebe eigentlich schon seit sieben Jahren hier, und bin höchstens am Wochenende nach Hause nach Düsseldorf gefahren. Aber seit dem Sommer ist die ganze Familie da. Wir haben uns prächtig eingelebt. Wenn man erst mal vor Ort ist, verankert man sich schnell. Die Kinder lieben zum Beispiel das KulturKaufhaus. Sie stecken mir öfter Zettel zu, welches Buch ich unbedingt mitbringen soll. Gestern war es der zweite Band von Harry Potter, den der Älteste sofort haben musste.

Dirk Brouwers ist gebürtiger Düsseldorfer. Er studierte in Aachen und Ohio Maschinenbau. Später hatte er bei der ThyssenKrupp Services AG verschiedene leitende Positionen inne. Unter anderem war er Mitglied der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Facilities Services GmbH. Seit 2005 arbeitet er für die Dussmann Gruppe, wo er als Mitglied des Vorstandes den Bereich Dussmann Service Deutschland verantwortete. Brouwers ist verheiratet und hat zwei Söhne.
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