Geschichten

„Tiere ergänzen die Therapie“

25.07.2018 — Der Umgang mit Tieren ist gut für Körper und Seele. Wie diese Erkenntnis in Pflegeeinrichtungen genutzt werden kann, erläutert Veronica Steinkampf, Expertin für tiergestützte Therapie.
Tierisch nah: Der Körperkontakt zu Katze, Kaninchen, Hund & Co. hilft vielen Menschen, sich zu öffnen und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden

Tierisch nah: Der Körperkontakt zu Katze, Kaninchen, Hund & Co. hilft vielen Menschen, sich zu öffnen und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden

Veronica Steinkampf, 48, ist Diplom- Heilpädagogin und ausgebildet in tiergestützter Therapie sowie Naturerlebnispädagogik. Zudem betreibt sie das Informationsportal www.tiergestuetzte-therapie.de. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

Veronica Steinkampf, 48, ist Diplom- Heilpädagogin und ausgebildet in tiergestützter Therapie sowie Naturerlebnispädagogik. Zudem betreibt sie das Informationsportal www.tiergestuetzte-therapie.de. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

„Tiergestützte Therapie“ – können Tiere heilen?
Die tiergestützte Therapie ist eine unterstützende Maßnahme. Sie hat das Ziel, über den Kontakt mit einem Tier mehr Lebensqualität und Lebenszufriedenheit zu erlangen. Allein die Anwesenheit eines Tieres wirkt sich wissenschaftlich nachgewiesen positiv auf den menschlichen Körper aus: Der Blutdruck sinkt und der Körper entspannt. Das Zusammensein mit dem Tier schafft Freude und lenkt von Krankheiten und Sorgen ab.

Warum? Was zeichnet sie aus?
Grundsätzlich bieten Tiere uns Menschen Zuneigung und Begleitung. Sie motivieren zu mehr Lebensfreude und Aktivität. Tiere schenken und fordern Aufmerksamkeit. Tiere suchen eine direkte Kommunikation mit uns und sie bewerten nicht. Einem Tier ist es egal, ob man alt oder jung, dick oder dünn, oder grün im Gesicht ist.

Welche sind besonders geeignet?
Bei einem zurückhaltenden Menschen kann es von Vorteil sein, ein Tier mit Aufforderungscharakter einzusetzen, am besten einen Hund. Menschen mit fehlender Feinmotorik zum Beispiel können gutmütigen Schafen in ihr dichtes Fell greifen, ohne dass diese sonderlich erschrecken. Geeignet sind aber auch Kleintiere wie Meerschweinchen und Kaninchen.

Wie wirken sie bei Depressionen?
Tiere fordern uns Menschen heraus. Ein kontaktoffener Hund fordert seine Streicheleinheiten ein, aber auch ein hungriger Fisch im Aquarium kann den Fürsorgeinstinkt eines depressiven Menschen wecken. Die Liebe zum Tier kann helfen, das Selbstwertgefühl des Depressiverkrankten zu verbessern.

... und wie bei demenziellen Erkrankungen?
Tiere wirken dann besonders positiv, wenn der an Demenz Erkrankte selbst in früheren Jahren Tiere hatte. Erinnerungen werden wieder lebendig und bleiben länger erhalten. Tiere zeigen auch gegenüber Demenzerkrankten bedingungslose Zuwendung. Diese Patienten brauchen an erster Stelle Liebe, Verständnis und Akzeptanz. All dies kann ein Tier auf seine Art bieten.

Was machen geschulte Therapie-Tiere anders?
Vornehmlich wird in den Ausbildungen von Therapietieren der Mensch ausgebildet. Das Tier bringt seine Eigenschaften naturgemäß mit und ist für einen therapeutischen Einsatz geeignet oder nicht. Dies wird in einem Wesenstest festgestellt. Das Tier sollte entspannt sein, sich einfühlsam, stressresistent und kontaktoffen zeigen.

Was halten Sie davon, Tiere mit in die Pflegeeinrichtung zu nehmen?
Welche Tierhaltung in welchem Rahmen möglich ist, muss individuell abgesprochen und geplant werden. Über das regelmäßige Füttern eines Wellensittichs und das Säubern des Stalls erhalten Bewohner wieder  Verantwortung. Das stärkt das Selbstwertgefühl. Gegen eine Tierhaltung spricht eine mögliche Tierisch nah: Der Körperkontakt zu Katze, Kaninchen, Hund & Co. hilft vielen Menschen, sich zu öffnen und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden Überforderung des Menschen, des Tieres oder des Pflegepersonals. Der Bewohner muss in der Lage sein, ein eigenes Tier selbst und artgerecht zu versorgen. Dazu gehören das  Füttern und Stall säubern ebenso wie Tierarztbesuche und der Einkauf von Pflegemitteln.

Ihr Fazit?
Es sollte versucht werden, Tiere in jeder Hinsicht als „Co-Therapeuten“ einzusetzen. Neben allen anderen Gründen ist es vor allem die von einem Tier ausgehende Wärme und Liebe, die dem Menschen eine  Öffnung seiner selbst ermöglicht.

Michaela Mehls

Medienkontakt

Michaela Mehls
Pressesprecherin
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