Sportliche Bestleistungen ganz im olympischen Geist

22.03.2017 — Während der Special Olympics in Hannover bewiesen auch die Köche von Dussmann Service Sportsgeist und bewirteten die Basketball-Mannschaften in einer Schulmensa – im laufenden Schulbetrieb.

Mit Riesenschritten eilt Andreas Schwardt zum gegnerischen Korb, sein Trainer feuert ihn an. Der Zweimeter-Mann bekommt den Ball und lupft ihn in den Korb. Jubel auf dem Spielfeld und auf der Bank bei seinen Mannschaftskollegen. Stolz klatscht er sich mit seinen Mitspielern ab. Für seine Glückstadt Neptunes läuft es gerade richtig rund.

Nicht alle in seiner Mannschaft haben wie er das klassische Basketball-Gardemaß. Das macht aber nichts, denn die Truppe ist keine übliche Basketball-Mannschaft. Fünf der zehn Spieler arbeiten in den Glückstädter Werkstätten, einer Einrichtung in Schleswig-Holstein für Menschen mit Behinderung. Die insgesamt 800 Beschäftigten arbeiten unter Anleitung in verschiedenen Gewerken.

Der 37-jährige Schwardt sägt und fräst in der Schlosserei. Seine Teamkollegen reparieren Fahrräder oder arbeiten in der Gärtnerei oder der Holzwerkstatt. Sport spielt in ihrem Alltag eine wichtige Rolle.

Erfolg verleiht Selbstbewusstsein

Die Diplom-Sportlehrerin Sandra Heinichen verantwortet das umfangreiche Sportangebot der Glückstädter Werkstätten: „Unsere Beschäftigten profitieren nicht nur körperlich, durch bessere Fitness“, erklärt sie. „Der Erfolg auf dem Spielfeld, auf der Tartanbahn oder im Schwimmbecken gibt ihnen unheimlich viel Selbstbewusstsein.“

Dazu gehört auch, sich mit anderen zu messen. Deshalb haben sich die Glückstadt Neptunes auf den Weg nach Hannover gemacht – zu den Nationalen Spielen von Special Olympics Deutschland (SOD). Seit fast 50 Jahren ist Special Olympics die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannt. In Deutschland ist die Organisation seit 1991 vertreten.

Bei über 220 Veranstaltungen, die SOD jedes Jahr organisiert, zeigen die Sportler, was sie können. Highlights sind die Nationalen Sommerbzw. Winterspiele, im jährlichen Wechsel. Bei den ersten deutschen Spielen in Stuttgart 1998 gingen 1.000 Sportler an den Start. 2016 in Hannover ist der Basketballer Andreas Schwardt mit seinen Glückstadt Neptunes einer von 4.800 Sportlern, Sandra Heinichen eine von 1.800 Trainern und Betreuern, unterstützt von mehr als 2.200 freiwilligen Helfern und 500 Kampf- und Schiedsrichtern.

Gleichzeitig sollen die behinderten Sportler nicht isoliert werden. Der Initiative von Organisationen wie SOD oder Menschen wie Sandra Heinichen ist es zu verdanken, dass der Inklusionsgedanke nicht mehr nur in Konferenzen und internationalen Vollversammlungen diskutiert wird – sondern jeden Tag an unzähligen Orten lebt. „Unified Sports“ heißt das etablierte Programm von Special Olympics, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben. Sie lernen voneinander und bauen gleichzeitig Barrieren und Grenzen im alltäglichen Umgang ab.

Den Inklusions-Anspruch in die Tat umgesetzt

Bei den Basketballern der Glückstadt Neptunes bedeutet das: Die Mannschaft besteht zur Hälfte aus Beschäftigten mit Handicap der Glückstädter Werkstätten, die anderen fünf Spieler gehen noch zur Schule, auf das örtliche Detlefsen-Gymnasium. Im Sommer 2014 sprach Trainerin Heinichen Christian Arnold an, den Sportlehrer der Schule. Mit ihrer Idee einer inklusiven Basketballmannschaft traf sie sofort auf offene Ohren. „Das passt ganz wunderbar zum Sportprofil unserer Schule“, meint Arnold. „Die Beschäftigten der Glückstädter Werkstätten gehören ohnehin zum ganz normalen Bild unserer kleinen Stadt. Da fanden wir es eine tolle Idee, auch etwas gemeinsam zu machen.“ Seit September 2014 trifft sich die Basketball AG jede Woche in der Schulsporthalle zum Training. Von Anfang an mit dabei ist der Schüler Mathes Rausch. Was reizt ihn an dieser besonderen Mannschaft? „Ich finde Inklusion wichtig. Und nur darüber reden ändert halt nichts“, erklärt der junge Mann. „Und natürlich habe auch ich viel gelernt beim Training – zum Beispiel mal einen Gang runterzuschalten, Geduld zu haben, wenn nicht alles so schnell und glatt läuft wie in unserem durchgetakteten Alltag.“

Immer mehr Menschen denken wie Rausch. Seit Jahren können sich die SOD-Verantwortlichen über einen kontinuierlichen Zulauf für das Unified Sports-Programm freuen. Bei den Nationalen Spielen in Hannover 2016 nehmen 350 nichtbehinderte Sportler teil, sechsmal so viele wie noch 2010 bei den Spielen in Bremen. Sie starten in 15 der insgesamt 18 ausgetragenen Sportarten. Von den 36 Basketballmannschaften in Hannover treten zwölf als Unified-Mannschaft an.

Ganz normale Sportler eben

Ganz gleich, welchen Hintergrund die Sportler haben – sie alle wollen ihr Bestes geben. Deshalb sollen homogene Leistungsgruppen gewährleisten, dass jeder – unabhängig vom Grad seiner Behinderung – eine faire Chance bekommt, auch einmal oben auf dem Siegertreppchen zu stehen. Die Klassifizierungsrunde am ersten Wettbewerbstag in Hannover ermittelt die passenden Gruppen. Das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ wird hier in Reinform gelebt. Was die Stimmung angeht, stehen die Special Olympics Hannover 2016 den großen Olympischen Spielen ohnehin in nichts nach. Die Eröffnungsfeier mit 10.500 Besuchern in der großen TUI-Arena in Hannover hat alle Zutaten, die es für wohlige Gänsehaut braucht: vom bunten Showprogramm über das Hissen der Flagge und das Entzünden des Special Olympics Feuers bis hin zum Vortragen des Athleteneids – alles ist dabei. Und schließlich spricht Schirmherrin Daniela Schadt, Lebensgefährtin des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, die erlösenden Worte: „Ich erkläre feierlich die Special Olympics Hannover 2016 für eröffnet!“

Organisationstalente sind gefragt

Große Herausforderungen meistert auch das Team von Dussmann Service in der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden): Zur Mittagszeit verwandelt sich für zwei Stunden die Schulmensa in einen Bienenstock. Die Basketballer strömen von den beiden Schulturnhallen herüber, wo ihre Wettbewerbe stattfinden. Sie haben Hunger und der Zeitplan drängt, alles bei laufendem Betrieb während der Schulzeit. 250 Schulkinder essen hier täglich. Drei weitere Schulen in der Stadt werden von den Dussmann-Köchen bekocht und beliefert. Und während der Spiele kommen jeden Tag 500 Gäste dazu!

Das Team von Erik Mottl, Bereichsleiter Catering, und Küchenleiter Erwin Filp ist jedoch vorbereitet. „100 Prozent mehr Output von einem Tag auf den anderen – das klappt natürlich nur mit einer guten Organisation“, erklärt Mottl, zu Recht stolz auf sein Team.

Leichte und fettarme Sportlerkost


Für die Zeit der Spiele sind ein Koch und zwei weitere Küchenhilfen engagiert worden. Bei der Zubereitung setzt Küchenchef Filp auf eine gesunde und leckere Kombination aus frischer Zubereitung und Convenience. Berge von zusätzlichem Geschirr und Besteck kommen täglich per Lieferwagen von einer Leihfirma.

Doch der erste Tag hat es gleich in sich: Der von der Schule zur Verfügung gestellte, eigens hergerichtete Raum ist viel zu klein für den Ansturm der Sportler. Lange Schlangen bilden sich vor dem Speisetrakt. Küchenchef Filp ist ganz in seinem Element. „Das habe ich mir gleich gedacht, dass das eng wird“, grinst er und dirigiert seine Mitarbeiter und die vielen freiwilligen Helfer. „Jetzt kommt Plan B ins Spiel.“ Andreas Schwardt, sein Team aus Glückstadt und weitere Mannschaften werden in den großen Speisesaal der Schule umgeleitet. Die Helfer nehmen die Essenswünsche am Tisch entgegen und servieren dort. Jetzt heißt es, die Schichtpläne im Blick zu behalten, denn auch die Schüler brauchen natürlich ihre Sitzplätze.

Der Menüplan ist im Übrigen von den Organisatoren von Special Olympics Deutschland vorgegeben: Leicht und fettarm soll er sein, drei Gerichte stehen täglich zur Auswahl. Andreas Schwardt schmeckt es: „Wir haben schon oft auf Turnieren gegessen. Aber so lecker wie hier war es noch nie.“

Nach dem Qualifikationstag steht fest: Die Glückstadt Neptunes werden der spielstärksten Gruppe zugeteilt. Am Ende freuen sie sich bei der feierlichen Siegerehrung über einen ehrenvollen fünften Platz. „Die Schleife kommt zu den anderen in meinem Zimmer zu Hause“, strahlt Andreas Schwardt. „Am tollsten war, dass sogar Spieler von der Basketball-Nationalmannschaft extra zur Siegerehrung nach Hannover gekommen sind.“
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