So weit das Auge reicht

23.12.2014 — Im Oktober 2008 startete am legendären Flughafen Tempelhof das endgültig letzte Flugzeug. Auf dem Gelände hingegen herrscht weiter reger Betrieb. Das Tempelhofer Feld gehört heute zu den beliebtesten Ausflugszielen für Berliner und Touristen. Das Sicherheitsteam von Dussmann Service sorgt dafür, dass alle Besucher ihren Aufenthalt auf den weiten Flächen genießen können.

Bei Wind und jedem Wetter haben Gert Köppe (2. v. l.) und sein Team das weite Gelände im Blick

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Der Flughafen Tempelhof in Berlin war schon immer für einen Superlativ gut: Mit einer Bruttogeschossfläche von 307.000 Quadratmetern gehört der Flughafenkomplex zusammen mit dem Pentagon zu den größten Gebäuden der Welt. Während der Berliner Luftbrücke 1948/49 landeten hier die „Rosinenbomber“ im Minutentakt und versorgten die West-Berliner mit insgesamt rund 2,34 Millionen Tonnen Kohle, Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern. Aber auch nach Stilllegung des Flugbetriebs vor sechs Jahren blieb das Areal etwas Besonderes: Seit Öffnung im Mai 2010 gehört das ehemalige Flugfeld, das Tempelhofer Feld, mit 303 Hektar zu den größten innerstädtischen Freiflächen in Europa. Zum Vergleich: Der New Yorker Central Park erstreckt sich auf über 345 Hektar, der Londoner Hyde Park ist „nur“ 250 Hektar groß.

Eigentlich war das flache Feld in seinem jetzigen Zustand nur als Übergangslösung gedacht, bis eine behutsam gestaltete urbane Parklandschaft entstehen würde. An den Rändern plante das Land Berlin den Bau neuer Wohnungen und den neuen Standort für die Zentral- und Landesbibliothek. Doch die Berliner haben sich die Fläche schnell erobert. In einem Volksentscheid im Mai 2014 schließlich sprach sich die Mehrheit der Wähler dafür aus, das Gelände in seinem jetzigen Aussehen zu belassen. Ein entsprechendes Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes trat in Kraft- Der per Volksentscheid gewünschte Status Quo untersagt jegliche Veränderung – sogar das Aufstellen weiterer Parkbänke oder hygienischer Toiletten für die Benutzer. Im Zentralen Wiesenbereich, dem Bereich innerhalb des umlaufenden Taxiways, dürfen keine neuen Bäume gepflanzt werden, auch nicht als Ersatz für abgestorbene Bäume. Und auch eine neue, praktische Fahrradverbindung zwischen Tempelhof und Kreuzberg quer über das Flugfeld wird es nicht geben, da ein Weg innerhalb des Zentralen Wiesenbereichs nicht neu angelegt werden darf. Bis Sommer 2015 will nun die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – unterstützt vom Parkbetreiber Grün Berlin GmbH – mit breiter Beteiligung der Bevölkerung einen Entwicklungs- und Pflegeplan (EPP) erarbeiten, der die noch bestehenden Möglichkeiten aufzeigen soll, den Aufenthalt auf dem Gelände angenehmer zu machen.

Eine Spielwiese der besonderen Art

Das Tempelhofer Feld hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Freizeitgelände der Berliner entwickelt. Und auch in viele Berlin-Führer hat der ungewöhnliche Park Aufnahme gefunden. Die Start- und Landebahnen mit ihren 1.840 und 2.094 Metern sowie der umlaufenden Taxiway blieben bewusst unverändert erhalten. Aus der Luft und im Gelände ist die Fläche bis heute eindeutig als ehemaliges Flugfeld erkennbar und erlebbar. Die ebene unverstellte Fläche erlaubt einen Blick weit in die Ferne. Eine seltsame Vorstellung, dass das Gelände mitten in Berlin vor noch nicht allzu langer Zeit dem Flugverkehr vorbehalten war. 
Viele Millionen Besucher zog es im Jahr 2013 auf die neue Freifläche. An sonnigen Wochenendtagen kommen oft über 20.000 Menschen; eine bunte Mischung aus Alt und Jung, Sportlern und Erholungssuchenden, Einheimischen und Touristen. Fahrradfahrer, Jogger, Inline-Skater und Kite-Surfer nutzen die langen asphaltierten Wege, auf denen früher die Flugzeuge starteten und landeten. Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner auf drei großzügigen, eingezäunten Arealen herumtoben. Eltern mit ihren Kindern, Lehrer mit ihren Schülern auf Klassenausflug erkunden Fauna und Flora. Von den drei Grillplätzen kommt Würstchenduft. Andere spazieren mit Rucksack und Wanderstock rund um das Gelände – immerhin acht Kilometer.

Bürgerbeteiligung hat bei allen Überlegungen zur Entwicklung des Tempelhofer Feldes von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Beteiligungsformate, u.a. einen Nutzerbeirat, in dem unterschiedliche Interessengruppen wie z.B. Jugendliche, Senioren, Migranten, Menschen mit Behinderungen, Vertreter des Sports, Bürgerinitiativen, Naturschützer vertreten sind. Zukünftig wird die Bürgerbeteiligung zum Tempelhofer Feld noch intensiviert. Ein Konzept hierfür, das noch mehr interessierte Vertreter aus der Berliner Bürgerschaft einbeziehen soll, wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gerade – ebenfalls unter Einbeziehung der Bürger – erarbeitet.

Bunte Akzente setzen verschiedene Projekte, die von Anfang an in die Planung einbezogen wurden. „Pionierfelder“ stehen für soziale, kulturelle, sportliche oder unternehmerische „Pionierprojekte“ zur Verfügung. Über 200 Initiativen haben sich seit Mai 2010 beworben, 21 Pioniere und sonstige Zwischennutzer präsentieren sich gegenwärtig den Besuchern.

Darunter das Kunstprojekt „nuture Mini ART Golf“: Als eines der ersten schuf es auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern Minigolf der besonderen Art. 18 internationale Künstler gestalteten mit ihren Kunstwerken jeweils eine interaktive Bahn rund um das Thema Ökologie. Da leuchtet, zischt und musiziert es. Im Gemeinschaftsgarten des Allmende-Kontors treffen sich am anderen Ende des Feldes Berliner Großstadtbewohner zum Ackern. Auf 5.000 Quadratmetern ist ein buntes Sammelsurium aus selbstgetischlerten Hochbeeten und Sitzgruppen entstanden. Kein Stück gleicht dem anderen. Mittlerweile bauen hier 900 Gärtner Blumen, Obst und Gemüse an. Ganzjährig „unterrichtet“ wird im M.I.N.T grünen Klassenzimmer: Mit Spiel- und Experimentierflächen und dem großen Schulgarten experimentieren hier Kinder, häufig mit schwierigem familiären Hintergrund, zu nachhaltiger Entwicklung, haben Platz zum Toben und bauen eigenes Gemüse an.

Präsenz von Sonnenaufgang …

Das harmonische Miteinander der Nutzer wird in den Diskussionen um das Tempelhofer Feld immer wieder hervorgehoben. Dass alles so gut läuft, daran haben auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes von Dussmann Service einen großen Anteil. Das Team von Gert Köppe und seinen Kollegen sorgt im Hintergrund unauffällig dafür, dass sich alle wohlfühlen können. Mit Autos und Fahrrädern sind sie permanent auf dem riesigen Gelände unterwegs und zeigen Präsenz. „Für uns als Parkbetreiber ist dies besonders wichtig. Die Mitarbeiter von Dussmann Service sind unsere Augen und Ohren dort draußen. Sie sind oft erste Ansprechpartner für die Besucher vor Ort, kümmern sich um Fragen und Probleme und vermitteln so ein Gefühl der Sicherheit auf dem riesigen Gelände“, betont Dr. Michael Krebs, Parkmanager Tempelhofer Feld der Grün Berlin GmbH.
Sechs Mitarbeiter arbeiten im Sommer in der Tagschicht. In der Nacht fahren vier Kollegen Streife. Während der Hochzeiten an warmen Sommerwochenenden kommt eine Mittelschicht ab 12 Uhr als Verstärkung hinzu. Im Winter werden die Schichten jeweils mit drei Kollegen besetzt. Bei diesen Streifengängen kommen einige Kilometer zusammen: Nach nur zwei Jahren haben die beiden Fahrzeuge bereits 100.000 Kilometer auf dem Tacho. Alle sechs Monate sind neue Reifen fällig. Hier fordert der raue Asphalt seinen Tribut.

„Wir sind im Grunde Mädchen für alles“, schmunzelt Objektleiter Gert Köppe. Er und seine Kollegen kümmern sich um verlorengegangene Kinder, sie sammeln vergessene Taschen auf, leisten Erste Hilfe, geben Auskünfte und sorgen auch sonst für geregelte Abläufe. „Mittlerweile sind wir ganz gute Fremdenführer geworden und achten darauf, dass die Benutzungsordnung eingehalten wird“, sagt Köppe. Gerade mit uneinsichtigen Hundebesitzern haben sie viel zu tun, die sich allzu häufig nicht an die Leinenpflicht halten. Oder mit Grillern, die ihr Feuerchen mitten auf der Wiese anmachen wollen. Erstes Gebot dabei: immer freundlich bleiben. „Die meisten sind ja auch einsichtig. Mit den anderen müssen wir dann halt in Ruhe reden und die Situation auflösen“, beschreibt Köppe die Vorgehensweise.

Seit 2011 sind die Sicherheitsleute 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Dienst. Öffnungszeit ist grundsätzlich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Im dunklen Januar sind die zehn Eingangstore von 7:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, im Hochsommer von 6 bis 22:30 Uhr. Morgens warten bereits zahlreiche Stammgäste auf den Einlass: Hunde werden Gassi geführt, Jogger drehen ihre Runden, bevor sie ins Büro gehen. Köppe freut sich über den guten Kontakt zu ihnen: „Viele begrüßen uns mit Handschlag. Nach denen kann man die Uhr stellen, egal was für ein Wetter ist. Und wenn sie einmal nicht kommen, macht man sich direkt Sorgen.“ Deshalb melden sich häufig „gute Bekannte“ vorsorglich ab, wenn sie in Urlaub gehen.

 … bis Sonnenaufgang

Aufwändiger wird es, abends dafür zu sorgen, dass alle Besucher das Gelände wieder verlassen. Auch hier lautet die Devise: Ruhe bewahren und immer freundlich bleiben. Die letzten Besucher werden rechtzeitig auf den nahenden Torschluss hingewiesen. Die Wurst auf dem Grill soll noch in Ruhe zu Ende gegessen, die letzte Kite-Surffahrt des Tages genossen werden. Trotzdem bleiben die Mitarbeiter am Ende immun gegen alle Überredungsversuche, noch bleiben zu dürfen. Das ist wichtig, denn in der Nacht sieht man hier die Hand vor Augen nicht. „Wir haben ja keine Straßenlaternen. So eine Dunkelheit kennen wir Stadtbewohner gar nicht mehr“, erklärt Köppe. Das Risiko, dass sich jemand in der Dunkelheit verletzt, sei zu groß. „Obwohl wir die ganze Nacht Streife fahren, würden wir auf dem riesigen Gelände vielleicht nicht jeden rechtzeitig finden.“ Trotzdem versuchen Besucher immer wieder, sich nachts einsperren zu lassen. Oder sie steigen im Dunkeln über den Zaun, um ihren Nachhauseweg abzukürzen. „In lauen Sommernächten greifen wir hier oft gleich mehrere Personen auf“, erzählt Köppe. Kein Kavaliersdelikt, sondern Hausfriedensbruch.

Zudem ist die Nacht auch Ruhezeit für Fauna und Flora. Für den Laien mag die Vegetation vor allem nach schlichter struppiger Wiese aussehen. Tatsächlich ist durch die Offenheit der nährstoffarmen Wiesen, über die ungehindert der Wind fegt, ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere entstanden: Neben seltenen Frischwiesen mit Glatthafer wachsen hier Sandtrockenrasen mit Heide- und Grasnelke, die durch das Berliner Naturschutzgesetz geschützt sind. Füchse gehen nachts auf Jagd. Zwischen den Start- und Landebahnen brütet von April bis Juli die selten gewordene Feldlerche. Der Flugzeugverkehr hat sie nie gestört, Menschen jedoch würden sie vertreiben. Daher dürfen diese Wiesenbereiche während der Brutzeit nicht betreten werden. Schilder bitten die Besucher um besondere Rücksicht. Die Berliner dürfen gespannt sein, wie sich ihr Natur- und Freizeitgelände noch entwickeln wird.

Kontakt:

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