Junge Wilde über 80

31.10.2012 — Erst im Alter entdeckten Senioren in der Kursana Residenz Refrath den Spaß am Malen

In der Kursana Residenz Refrath wird regelmäßig der Pinsel geschwungen

Text: Diana Haß
Bild: Kursana

Refrath. Aquarelle mit gut getroffenen Stillleben, bunte Mosaikmalerei, feinsinnige Studien mit Kohle oder pralle Farbenpracht– die Wände des Hobbyraums im Souterrain der Kursana Residenz Refrath sind vollgestellt mit mehreren Reihen gerahmter Bilder. Noch wird vorbereitet für die Ausstellung. Und obwohl es schon reichlich Werke gibt, produzieren die Künstlerinnen weiter. Jeden Donnerstagnachmittag trifft sich hier ein wechselnder Kreis von Bewohnern zur „Kreativen Stunde“.

Am langen Tisch sitzen konzentriert und gut gelaunt acht Damen und schwingen Pinsel und Kohlestift. „Wir sind jetzt freischaffende Künstler“, sagt eine fröhlich und erntet beifälliges Lachen von den anderen. Die Stimmung ist gelöst. „Wenn man mit über 80 anfängt zu malen, dann macht das einfach Spaß“, liefert Gisela Reck die Erklärung für die gute Laune. Sie versucht, einen herbstlichen Ahornzweig auf Papier zu bannen. Die weiteren Damen in der Runde sind mit ihren Interpretationen anderer Gegenstände beschäftigt: einer Paprika, eines Kiefernzapfens oder einer Lauchstange. „Sie könnten auch frei malen. Aber den meisten sind Aufgaben lieber“, sagt Elke Keuter-Herrmann. Die Mitarbeiterin der Sozialen Betreuung, die eigentlich selbst gerne Kunst studiert hätte, leitet die „Kreative Stunde“ seit rund zehn Jahren.

Wenn sich Senioren zum ersten Mal in die Runde wagen, sagen sie fast immer: „Ich habe das noch nie gemacht…“ Doch mit ihren fachmännischen Tipps bewirkt die Sozialbetreuerin, dass sie schnell einen Erfolg sehen. „Immer von Hell nach Dunkel arbeiten“, rät sie einer Malerin. Eine andere soll „nicht so doll drücken auf den Pinsel“. Elke Keuter-Herrmann dosiert ihre Anregungen behutsam. „Mir ist wichtig, dass ich das Persönliche stehen lasse. Hauptsache, das Malen und Zeichnen macht Spaß“, sagt sie. Doch auch den Erfolg wollen die Malerinnen. Um sich Anregungen zu holen und ihr Sehen zu schulen, unternehmen die „Kreativen“ häufig Ausflüge zu Ausstellungen. Das Zanders-Museum in Bergisch Gladbach gehört zu den beliebtesten Zielen.

„Sie haben den Charakter der Paprika erkannt“, lobt Elke Keuter-Herrmann, als bei einer Seniorin verzagte Selbstzweifel aufkommen wollen. Aufmunterung und Anerkennung sind wichtig in der Runde der alten Damen, die sich in hohem Alter an die Kunst wagen. „So ging es mir auch beim ersten Mal“, tröstet Margarete Reschke als ihre Nachbarin mit dem rechten Strich hadert. In der lockeren Atmosphäre währen die Selbstzweifel nicht lange. Stattdessen gewinnt schnell der Humor die Oberhand. „Schreiben Sie doch dabei, dass das Wurzeln sind“, rät eine Seniorin schelmisch ihrer Nachbarin, die versucht, dem Wesen der Lauchstange mit Pinsel und Farbe gerecht zu werden. Der Einwurf wird nicht krumm genommen, sondern mit einem Lachen quittiert. Mit jedem Werk steigt das Selbstbewusstsein – und auch die Vorfreude auf die allererste Ausstellung. „Ich bin sehr gespannt, wie das ankommt“, sagt Margaret Reschke – und die anderen nicken und malen beschwingt weiter.

Die Vernissage der Ausstellung unter dem Titel „Ein Jahr voller Farben und Experimente“ ist am Freitag, 9. November, um 16 Uhr mit einem Sektempfang. Danach sind die Bilder täglich zwischen 9 und 18 Uhr nach Voranmeldung unter Telefon 02204-929-0 bis zum Ende des Winters in der Kursana Residenz Refrath, Dolmannstraße 7 zu sehen.
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