Es grünt so bunt

01.10.2010 — Berlinbesucher sind oft erstaunt, dass die Hauptstadt alles andere als ein steinerner Moloch ist. Auf grüne Lungen trifft man überall. Und das sind nicht nur der berühmte Tiergarten, die Stadtparks und die Schlossgärten.

Es grünt so bunt

Märchengrotte: Das Café am See im Britzer Garten beeindruckt durch verspielte postmoderne Architektur

Dussmann Service Mitarbeiter

Text: Gerd Hartmann
Fotos: Thomas Ecke 

Schlurfende Schritte hinter der Wand aus Bambusrohr. Ob jetzt gleich ein Zen-Mönch um die Ecke biegt und mit seinem Metallrechen die Linien in dem See aus Kieselsteinen nachzieht? Nein, es ist nur eine ältere Dame im geblümten Kleid. Gebannt von der kargen Schönheit des Steingartens hält sie einen Moment inne und setzt sich dann auf eine Bank im Inneren des offenen Pavillons. Die Phantasie kann einem leicht einen Streich spielen, an diesem magischen Ort im Stadtteil Marzahn. Dass dieses Wort gemeinhin als Synonym für eine der größten Plattenbausiedlungen der ehemaligen DDR steht – längst vergessen. Man wähnt sich überall auf der Welt, nur nicht am Rande eines Hochhaussiedlung. Gerade eben zum Beispiel im Fernen Osten. Der Japanische Garten ist einer von acht Themengärten in einer fast 34 Hektar großen grünen Oase. In den »Gärten der Welt« kann der Besucher in zehn Minuten zu Fuß vom Orient nach Bali wandern, danach eine Rast in Korea einlegen und sich später in einem barocken Heckenlabyrinth verirren. Immer umgeben von wunderbarer Blütenpracht und sprudelnden Wassern.  

Und manchmal auch nicht. Im Japanischen Garten führt ein trockener Wasser fall zum Steingarten mit seinen wellenförmig geharkten Kieselmustern. Keine Pflanze stört die meditative Stille dieses Zen-Gartens. Und dennoch plätschert und blüht es auch hier. Der Trockengarten ist nur ein Teil dieses »Gartens des zusammenfließenden Wassers«. Um gemäß der fernöstlichen Philosophie zur Harmonie zu finden, müssen die Elemente verschmelzen. Und dazu gehören ein Bächlein, das murmelnd von einer erhöhten Quelle den Hügel hinunterfließt, eine üppige Rasenfläche und verschiedene Sträucher und Bäume. Die drei Teile des Gartens symbolisieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und sollen den Wunsch nach einem friedlichen Miteinander aller Menschen zum Ausdruck bringen. Für den Moment gelingt das fast immer. Im Pavillon unterhalten sich die Besucher auffallend leise. Das verwundert nicht, wenn man weiß, dass der Gartenarchitekt Shunmyo Masuno, der diese faszinierende Natur-Miniatur 2003 schuf, gleichzeitig ein Zen-Priester ist.  

Fast eine halbe Million Menschen besuchten im letzten Jahr das weitläufige Idyll. Nicht nur Großveranstaltungen wie das Kirschblütenfest im April ziehen Zehtausende an. Seit das Konzept, mit der Eröffnung des größten chinesischen Gartens Europas vor zehn Jahren, vom reinen Erholungspark zum Dorado für Botanik-Enthusiasten erweitert wurde, kommen ständig neue Attraktionen hinzu. So eröffnete kürzlich ein englischer Rosengarten. Und bald wird man erleben können, wie ein christlicher Klostergarten im Mittelalter aus sah.  

Individueller Besucherservice  

Mit einem herzlichen »Guten Tag« begrüßt Ingo Scholl jeden Spaziergänger persönlich. Der Dussmann-Mitarbeiter steht am imposanten Tor zum Orientalischen Garten. Gerne beantwortet er alle Fragen. Das ist jetzt auch gefragt, denn soeben tritt eine Senioren-Gruppe in die Empfangshalle. »Gucken Sie mal nach oben«, sagt er freundlich und weist auf die geschnitzte Decke aus Zedernholz. Aus viereinhalb Millionen Teilen ist die Ausstattung dieses Gartenhofs zusammen gesetzt, erzählt er. Mosaiken, verzierte Säulen, Springbrunnen –alles erbaut in nur fünf Monaten, von 45 Spezialisten aus Marokko. »Und da heißt es immer, die Südländer können nicht arbeiten«, bemerkt Margot Marchand lachend. Die 86-Jährige, die wesentlich jünger aussieht, ist mit einigen Mitbewohnern aus dem nahen Kursana Domizil in den Park gekommen. »Solche kleinen Ausflüge machen wir oft«, erzählt Brigitte Büchsenschuss, die als Betreuerin mit dabei ist. Für gehbehinderte Bewohner steht dafür sogar ein eigener Kleinbus zur Verfügung. Nach dem aufschlussreichen Gang durch die überdachten Arkaden, macht die muntere Gruppe erst mal Pause. Im Schatten von Orangenbäumen und umgeben von Wasserspielen mundet der Proviant, den Brigitte Büchsenschuss mitgebracht hat, doppelt gut.  

»Alle meine Mitarbeiter hier sind mittlerweile Spezialisten«, sagt Dussmann-Objektleiterin Jutta Marbý stolz. Nicht nur in jedem Themengarten steht ein Dussmann-Guide für Auskünfte bereit. Rund um die Uhr sind auch mobile Parkstreifen unterwegs. Die weisen manchmal auch freundlich darauf hin, dass kunstvolle Felsenlandschaften hier ein Gartenkunstwerk und kein Abenteuerspielplatz sind. Mit insgesamt 15 Mitarbeitern ist Dussmann Service für die Sicherheit in den Gärten der Welt verantwortlich. Auch die beiden Kassenbereiche betreut das Dussmann-Team. Moderate drei Euro Eintritt kostet die kleine Garten-Weltreise.  

Wer sehen will, wo der jetzige Erholungspark Marzahn seine – politischen – Wurzeln hat, muss einmal quer durch die Stadt fahren. An deren südlichem Ende im ehemaligen Westen – das ist in diesem Fall wichtig – liegt der Britzer Garten. Der wurde 1985 im damals noch ummauerten Berlin für die Bundesgartenschau angelegt. Da die DDR im Kampf der Systeme mit dem Schaufenster des Westens auch bezüglich spektakulärer Gartenbaukunst gleichziehen wollte, fand zwei Jahre später die »Berliner Gartenschau« statt – in einer neu geschaffenen Parklandschaft in der östlichen Trabantenstadt. Inzwischen erfreuen sich Berliner und Touristen aus allen Himmelsrichtungen an beiden Vorzeigeparks. Im friedlichen Wettbewerb gibt es nur Sieger: Beide Anlagen standen bereits auf der jährlichen Top-Ten-Liste der schönsten Parkanlagen Deutschlands.  

»Ein Besuch hier ist für mich meistens wie eine kleine Landpartie und manchmal wie eine Stippvisite im Konzertsaal«, sagt Renate Siewert, der wir zufällig an der Kasse begegnen. Die 69-Jährige, die zwei U-Bahnstationen vom Britzer Garten entfernt wohnt, kommt zu allen Jahreszeiten in den Park. Mit einem verschmitzten Lächeln lässt sie ihr Gegenüber ein bisschen schmoren. Denn dass der zweite Teil ihres Statements ein wenig seltsam klingt, weiß sie ganz genau. Aber das hat Zeit. Also schwärmt sie erst mal von den mit bemalten Eiern geschmückten Bäumen, welche die Gartengäste an Ostern empfingen. Und dem Schnupperkurs im Nordic Walking, der ihr neulich so richtig Lust auf das Gehen mit Stöcken machte. Gab’s alles ohne Extrakosten. Erst danach erzählt sie von dem Adventskonzert, das sie zur Vorweihnachtszeit am Café am See besuchte. Und vom Klassik-Open-Air im August, das ein fester Termin in ihrem sommerlichen Kulturkalender ist. Vor allem die Kombination aus Musik und Feuerwerk findet sie sensationell.

Veranstaltungen, Sport-, Gesundheits- und Familienangebote gibt es zu jeder Jahreszeit. Da der Park in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, wird besonders aufgetrumpft: Zum traditionellen sommerlichen Open-Air spielt die Russische Kammer-Philharmonie St. Petersburg in sinfonischer Besetzung auf. Über 12.000 Besucher werden erwartet. Solche Abende bedeuten auch für das Dussmann-Team Großeinsatz. Auch im Britzer Garten ist Dussmann Service für Kassen und Parkaufsicht verantwortlich.  

Ein Blütenmeer bis zum ersten Frost 

Trotz aller Betätigungsmöglichkeiten steht die Natur im Vordergrund. Die kommt hier erst mal auf leisen Sohlen daher. Auenlandschaften erstrecken sich um einen verzweigten See. Sanfte Hügel bieten einen spektakulären Blick in Richtung Stadt. Dass hier vor einem viertel Jahrhundert eine platte, baumlose Wüstenei war, ist fast unvorstellbar. In den Schilfgürteln brüten seltene Vögel, die Trauerweiden biegen sich im Wind, als hätten sie immer schon hier gestanden. Scheinbare Naturbelassenheit und offensichtliche gärtnerische Gestaltung gehen eine wunderbare Symbiose ein. Vor allem im Frühjahr. Da locken über 200.000 Tulpen die gleiche Zahl an Besuchern an. Von der kleinen Wildblüte mit ihren spitzen Blättern bis zur großen Papageientulpe laden die Frühlingsboten zum Schwelgen im Farbenrausch. Mit anderer Besetzung wieder holt sich das Schauspiel im Spätsommer. Zehntausend Dahlien stehen dann auf der Gartenbühne, leuchtende Herbstköniginnen, die erst kapitulieren, wenn der erste Frost kommt.  

Bei aller grünen Pracht ist doch sichtbar, dass ein finanzstarkes Großevent wie die BUGA der Ausgangspunkt des Britzer Gartens war. Da ist nicht nur die Parkeisenbahn, die bis heute durch die Wiesen tuckert. Vor allem die gastronomischen Einrichtungen sind absolute Hingucker: Das Bistro am Kalenderplatz ist ein halbrundes, auf der Vorderseite voll verglastes Gebäude, dem man auf den begrünten Buckel steigen kann. Von dort sieht man, dass die scheinbar ungeordnet herumstehenden Metallskulpturen auf dem Vorplatz die andere Hälfte eines Kreises bilden. Mit einem Schatten werfenden Gitterturm in der Mitte ergibt das die größte Sonnenuhr Europas. Das Café am See beweist seine Modernität auf ganz andere Weise: Wie eine Märchengrotte wächst es aus einem Hügel heraus. Ein überzeugendes Beispiel organischer Architektur.  

Grüne Standortentwicklung  

Wie beide Parks in den einst getrennten Stadthälften das Zusammenwachsen Berlins widerspiegeln, so tut das auch eine landeseigene GmbH mit dem sprechenden Namen »Grün Berlin«. Unter dem Dach dieser Servicegesellschaft sind alle Aufgaben der Freiraumentwicklung in Berlin gebündelt. Hier werden Stadtplätze, Parks und Grünzüge in der ganzen Stadt geplant, entwickelt, gebaut und bewirtschaftet. Es gibt viel zu tun. Die Statistik listet mehr als 2.500 öffentliche Grünflächen auf. Um alle Anlagen, die städtebaulich oder stadtpolitisch von überregionalem Interesse sind, kümmert sich Grün Berlin. Dazu gehören so unterschiedliche Projekte wie die klassisch-moderne Umgestaltung des Lustgartens auf der Museumsinsel. Oder die Neuanlage des »Mauerparks«, der auf dem ehemaligen Todesstreifen der DDR-Grenzbefestigungen entstand. Mit nur 38 festen Mitarbeitern hat die Gesellschaft eine sehr schlanke Struktur. Diese loben Wettbewerbe aus, steuern Architekten- und Ingenieurteams aus der ganzen Welt und schauen, dass die Bürgerbeteiligung nicht zu kurz kommt. Wenn es um Bäume und Wege geht, reden Anwohner gerne mit. »Nichts gedeiht ohne Pflege und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckgemäße Behandlung ihren Wert«, sagte einst der geniale Berliner Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné. Damit dies keinesfalls passiert, passt Grün Berlin nicht nur gärtnerische Schmuckstücke in die Stadtlandschaft ein. Es bewirtschaftet auch einen Teil davon. über 250 Hektar Parkgelände hat die Gesellschaft in ihrer Obhut. Tatkräftig unterstützt von den Dussmann-Teams in den drei eintrittspflichtigen Anlagen.  

Berlin ist nach wie vor im Umbruch. viele Gebiete, die gestern noch für Verkehr und Industrie gebraucht wurden, müssen umgestaltet und neu genutzt werden. Jede Menge Projekte also für Grün Berlin. Am Gleisdreieck, wo früher die Züge zum Anhalterbahnhof rollten, entsteht gerade ein Park ganz neuen Typs: Der integriert sogar eine ICE-Trasse, die ihn nach wie vor durchschneidet. Auch hier sorgt Dussmann Service mit Parkstreifen für Sicherheit. Und auf dem riesigen Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof wird in den nächsten Jahrzehnten ein komplett neues Stadtquartier entstehen – mit einer gigantischen grünen Insel in der Mitte. Dort soll 2017 die Internationale Gartenschau stattfinden. Welche Art Park die Grünexperten wohl für das 21. Jahrhundert entwerfen werden?  

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