Ernten und Erinnern

25.10.2017 — Die „Gärten der Erinnerung“ in den Kursana-Häusern regen die Sinne an und ermuntern die Senioren zu vertrauten Aktivitäten. Demenziell erkrankte Bewohner blühen hier oft wieder auf.

In den Therapiegärten blühen viele Senioren wieder richtig auf

Wohlbefinden und Lebensfreude vermittelt die Arbeit in den Kursana-Gärten

„Ich bin hier die Gießerin“, sagt Gisela Schmidt-Galster, 89, und lacht. Eifrig zupft die Bewohnerin des Kursana Domizils Oststeinbek im Hochbeet Unkraut und wässert die abgeernteten Erdbeerpflanzen mit der Gießkanne. Wenn die demenziell erkrankte Seniorin auch im Alltag vieles vergisst – bei der Arbeit im Grünen sitzt noch jeder Handgriff. „Seit meine Mutter hier im geschützten Wohnbereich den schönen Garten nutzen kann, ist sie wieder richtig aufgeblüht“, sagt Tochter Evelyn Deichsel, 66.

Die liebevoll gestalteten Wohlfühl- Oasen gehören in allen Kursana-Häusern zum therapeutischen Konzept, das demenziell erkrankten Bewohnern helfen soll. In den eingefriedeten, barrierefreien Anlagen können sich die Senioren selbstständig bewegen und die Natur im Laufe der Jahreszeiten hautnah erleben. Die Bepflanzung wird nach der „Gartenbiografie“ der Bewohner ausgewählt: Duftende, blühende und ungiftige heimische Sorten aus dem klassischen Bauerngarten wecken Erinnerungen an das eigene Gärtnerleben. Der Kriegsgeneration sicherte der heimische Nutzgarten das Überleben, und so gehört neben Rosen, Hortensien und Margeriten auch eine Auswahl an Beerenobst und Kräutern in jeden Therapiegarten.

Die gemeinsame Bewirtschaftung steht an erster Stelle, und die Mitarbeiter regen dazu an, das Grün vor der Haustür mit allen Sinnen zu erfahren. Dem Vogelgezwitscher zu lauschen, Rosenduft zu atmen, über Blätter zu streichen und Erde unter den Fingern zu spüren. Das vermittelt Wohlbefinden und Lebensfreude. Wer Blumen pflanzt, die Beete harkt, Petersilie, Schnittlauch und Dill erntet und zum gemeinsamen Essen beisteuert, kann zudem das Gefühl genießen, etwas Nützliches getan zu haben. Und auch bei Angehörigen, die sich vielerorts bei Pflanzfesten oder der Gartenpflege einbringen, kann sich bei gemeinsamer Gartenarbeit eine alte Vertrautheit einstellen. „Es ist mühsam, mit meiner Mutter eine Unterhaltung zu führen“, sagt Evelyn Deichsel. „Aber wenn wir hier wie früher ihre Lieblingsblumen Geranien pflanzen und pflegen, schwelgen wir in schönen Erinnerungen.“

Gisela Schmidt-Galster schnuppert am Lavendel und zerreibt ein Blatt Minze zwischen den Fingern. „Das ist echt“, sagt sie. „Pfefferminze für den Tee hatte ich auch im Garten.“ Zufrieden kehrt sie nach getaner Arbeit mit ihrem Rollator auf den geschwungenen Wegen zur überdachten Terrasse zurück. Am Wegesrand entdeckt sie mit geübtem Auge, dass der Stamm der Johannisbeere eine neue Stütze braucht. „Damit es schön ist“, sagt sie und lächelt. „Zu so einem Garten hat man ja eine Beziehung.“
Michaela Mehls

Medienkontakt

Michaela Mehls
Leiterin Unternehmenskommunikation | Pressesprecherin
Tel. +49 30 2025-2525

Medienkontakt

Markus Talanow
Leiter Group Communications
Telefon +49 30 2025-1787+49 30 2025-1787

Medienkontakt

Michaela Mehls
Leiterin Unternehmenskommunikation | Pressesprecherin
Telefon +49 30 2025-2525+49 30 2025-2525

Medienkontakt

Miranda Meier
Pressesprecherin
Telefon +49 30 2025-2842+49 30 2025-2842

Erweiterte Suche

Diese Seite weiterempfehlen