Den besten Weg geht man gemeinsam

01.08.2012 — Ein Stadtspaziergang mit der Vorsitzenden des Stiftungsrates der Dussmann Stiftung & Co. KGaA, Catherine von Fürstenberg-Dussmann

Stiftungsratsvorsitzende der Dussmann Gruppe, Catherine von Fürstenberg-Dussmann

Catherine Dussmann hat noch ein Motto: „Let´s do it together – machen wir es gemeinsam“.

Catherine Dussmann mit Serviceplus-Autor Gerd Hartmann auf dem Boulevard Unter den Linden

Text: Gerd Hartmann
Fotos: Kay Herschelmann

Was unterscheidet ein weibliches von einem männlichen Chefbüro? Die Antwort heißt Bisou und lugt neugierig um die Ecke. Das weiße Siamknäuel strolcht in Catherine von Fürstenberg-Dussmanns Büro herum, als wäre ein edel ausgestattetes Maisonette mit gläserner Wendeltreppe und freiem blick in den Berliner Himmel für eine Katze der selbstverständlichste Aufenthaltsort der Welt. Ansonsten sieht es hier ganz nach Arbeit aus. Auf dem Schreibtisch der Stiftungsratsvorsitzenden der Dussmann Gruppe stapeln sich Papiere und Mappen. Routiniert setzt sie sich hinter den Schreibtisch. Ein Platz, der in ihrem Lebensplan eigentlich nie vorgesehen war. Trotzdem handelte sie sofort, als ihr Mann Peter Dussmann im Herbst 2008 einen schweren Schlaganfall erlitt und absehbar wurde, dass er keine Geschäfte mehr würde führen können. Sie nahm den ihr angebotenen Sitz im Aufsichtsrat an. Seit anderthalb Jahren steht sie dem Gremium vor. „Vorbereitet war ich darauf nicht“, sagt Catherine Dussmann, „aber wann ist man auf so etwas schon vorbereitet?“ Trotz allem: Die schöne und wichtige Aufgabe erfüllt sie. „Ich kann meinen Mann zwar nicht heilen, aber ich kann ihm eine Freude machen, indem ich ihm gute Nachrichten aus seinem Unternehmen bringe. So findet er Lichtpunkte in seinem Leben.“  

Wenn man Catherine Dussmann fragt, wie sie sich fühlt, hinter dem Schreibtisch, wo früher ihr Mann saß, erzählt sie die Geschichte einer Verlegerwitwe, die ein ganzes Jahr brauchte, bis sie sich auf den Stuhl ihres Gatten setzen konnte. „Dieses Problem hatte ich nicht. Wenn ich für die Firma Verantwortung übernehme, dann kann ich auch ohne Hemmungen hier sitzen. Auf der anderen Seite des Tisches war ich sowieso nie. Ich war immer an der Seite meines Mannes.“ Als hätte er geahnt, dass etwas Einschneidendes bevorsteht, erzählte er ihr in den letzten beiden Jahren vor seinem Schlaganfall viele Firmendetails und holte sich auch bei Personalentscheidungen ihre Meinung ein. „Obwohl er wusste, dass er krank ist, war es für alle ein Schock, als es passierte“, erzählt sie und steht mit einer energischen Bewegung auf. Schließlich sind wir zu einem Spaziergang verabredet. Über Berlins Prachtboulevard. Unter den Linden soll es gehen, der nur einen Katzensprung von der Dussmann-Hauptverwaltung entfernt liegt.  

„Ich weiß, was mein Mann wollte“, unterstreicht Catherine Dussmann unten auf der Straße. „Mittlerweile weiß ich auch, was ich will. Ich bin immer noch in einer Lernphase – das werde ich mein Leben lang sein.“ Rat holt sie sich bei den anderen Mitgliedern des Stiftungsrates, der mit Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, dem Aufsichtsratschef der Axel Springer AG, Giuseppe Vita, und Tessen von Heydebreck, der Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bank war, prominent besetzt ist. „Das sind sehr kluge Männer, die unserer Firma helfen – ein perfektes Team.“ Der wichtigste Teil ihrer Arbeit ist für sie das „Brainstorming“ mit den Vorstandsmitgliedern. Mit dem Input eines jeden entstehen neue Ideen um das Unternehmen weiterzuentwickeln. 

Dabei hat die gebürtige Amerikanerin, die seit 30 Jahren mit Peter Dussmann verheiratet ist, eine uramerikanische Devise: „Hands on!“ Vertagen ist nicht ihre Sache, man muss die Dinge anpacken: „Go for it!“ Und das kann sie mit den Mitgliedern des Vorstandes. “Wir haben ein hervorragendes junges Führungsteam. Das ist Teil unseres Erfolges.“ Der hielt sogar während der Finanzkrise an. Als eines von sehr wenigen Unternehmen in Deutschland stellte die Dussmann Gruppe kontinuierlich und auf allen Ebenen neue Mitarbeiter ein.  

Catherine Dussmann hat noch ein weiteres Motto: „Let´s do it together – machen wir es gemeinsam“. Mit Spaß an der Sache. Damit meint sie die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Und sie ist die erste, die diese Worte ganz selbstverständlich mit Leben erfüllt. Wir sind die Linden ein Stück entlang gelaufen und an der Neuen Wache angelangt, in der eine Skulptur von Käthe Kollwitz an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Am Eingang tut ein Sicherheitsmitarbeiter von Dussmann Service seinen Dienst. Mit einem freundlichen „Hallo, ich bin Frau Dussmann!“ geht sie auf ihn zu. Einen Moment braucht der Mann, bis er sich von seiner Verwunderung erholt hat und ihm klar geworden ist, dass dies kein Scherz ist. Dann lässt er sich gerne ein auf das interessierte, herzliche Gespräch, ob alles klar geht vor Ort oder ob es irgendwelche Probleme gibt. Und zu lachen gibt es zwischendurch auch eine ganze Menge.  

Im Herzen Berlins ist Dussmann Service fast an jeder Ecke präsent. Mit den unterschiedlichsten Dienstleistungen. Angefangen vom Aufsichtspersonal in den großen Museen auf der Museumsinsel, aufgehört beim Catering in den nichtöffentlichen Bereichen des Bundestages. „So soll es sein. Am Ort seines Hauptsitzes muss ein Unternehmen besonders stark vertreten sein“, meint Catherine Dussmann, während wir uns durch den dichten Verkehr auf die andere Straßenseite der Linden kämpfen. Das Säulenportal ragt majestätisch in den Himmel, gekrönt von drei mächtigen Statuen. Noch ist die Staatsoper in ihrer ganzen Schönheit zu bewundern, was sich aber in den nächsten Monaten ändern wird. Da für das repräsentativste der drei Berliner Opernhäuser eine Generalsanierung ansteht, werden bald Baugerüste den Blick verstellen. Und wir sind mitten im nächsten Thema: Die Lindenoper war für Peter Dussmann immer eine Herzensangelegenheit. Als Vorsitzender des Freundeskreises engagierte er sich jahrelang für eine denkmalgerechte Grundsanierung. Als Pläne auf den Tisch kamen, den Zuschauerraum modern zu gestalten, gab er eine Umfrage in Auftrag. über 80 Prozent der befragten Bürger votierten für eine Ausstattung nach historischem Vorbild. Genau so wird das jetzt gebaut. Auf diesen Sieg in Sachen bürgerschaftliches Engagement für die Kultur ist Catherine Dussmann stolz: „Es wäre doch sehr schade, wenn eines der schönsten alten Gebäude Berlins innen aussähe wie ein Moviehouse in Dubai.“  

Catherine Dussmann führt nicht nur die Aktivitäten im Sinne ihres Mannes fort, sie setzt eigene Akzente. Zum Beispiel mit Betriebskindergärten, welche die Dussmann Gruppe in Deutschland aufbauen will. „Es ist wichtig, dass Frauen in der Wirtschaft in höhere Positionen kommen. Aus sich selbst heraus, nicht weil ihr Mann krank ist.“ Deshalb müssten sie auch die Freiheit haben, weiter zu arbeiten und sich zu entwickeln, wenn sie ein Kind bekommen.  

Mittlerweile sind wir am Pariser Platz angelangt. Das Brandenburger Tor ist wie immer von Touristen umlagert, Polizisten gehen entspannt Patrouille und genießen die Sonne. Sie bewachen die amerikanische Botschaft an der Südwestecke des Platzes. Die große Fahne mit dem Sternenbanner schwingt im Rhythmus des Windes. Ein guter Ort, um über Catherine Dussmanns Kindheit zu reden – was in diesem Fall schwärmen heißt: „Meine wunderschöne Kindheit hat mir die Stärke für mein ganzes Leben gegeben.“ Aufgewachsen ist sie in Missouri, im Mittleren Westen der USA, auf einer Ranch, mitten in der Natur, mit Pferden und Hunden. Ihr Vater arbeitete als Anwalt, unter anderem für die katholische Kirche. Beim Abendessen las er zwischen den Gängen aus den amerikanischen Klassikern vor. Wenn eines der sieben Kinder eine Wortwendung nicht kannte, wurde die Bedeutung im Lexikon nachgeschlagen und diskutiert. So entstand ihre Liebe zur Literatur, die sie später an der Universität studierte.  

Ob sie da auch ihre Durchsetzungsfähigkeit lernte, mit so vielen Geschwistern? Ein langes Lachen ist der erste Teil der Antwort. Dann: „Ja, das lernt man.“ vor allem mit drei älteren Brüdern, die dem verwöhnten Mädchen hinter den Kulissen allerlei in die Schuhe schoben, was es gar nicht angestellt hatte. „Aber da muss man durch.“ viel Liebe, viel Disziplin – und viele Tiere, das prägte sie. Eine passionierte Reiterin ist Catherine Dussmann auch heute noch. Obwohl sie kaum noch Zeit dafür hat.  

Auf dem Rückweg nehmen wir die Abkürzung durch eine ruhige Passage. Hier ist kaum jemand unterwegs. Trotzdem winkt Catherine Dussmann ein freudiges „Hallo“ zu einem Mann, der gerade Vasen auf die Terrassentische eines Restaurants stellt. Es ist der Florist, mit dem sie oft zusammenarbeitet. Im offenen Zugehen auf Andere mit einer umwerfenden Herzlichkeit – darin ist sie Meisterin. „Ich mag es sehr, mit Menschen zu arbeiten“, sagt sie. Dass sie sich in der Firma als „Motivationsmotor“ versteht, liegt auf der Hand. „Unser Produkt ist Dienstleistung. Von Menschen für Menschen. Da ist die Arbeitseinstellung alles. Wenn die stimmt, wird das Produkt gut. Unsere Mitarbeiter geben ihr bestes. Sie haben Teamgeist und stehen füreinander ein.“ Eine solche Haltung fordert sie und lebt sie vor. Da ist es ein großer Vorteil, dass die Dussmann Gruppe ein Familienunternehmen ist. Ein Verkauf stand nie zur Debatte: „Diese Firma ist das Lebenswerk meines Mannes. Ein Wunderwerk. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich sie mitgestalten kann.“ Außerdem wiegt die Verantwortung für 57.000 Mitarbeiter. „Ich möchte, dass unsere Mitarbeiter in allen Ebenen das Gefühl haben, dass wir etwas ganz besonderes schaffen.“  

Welche drei Dinge eine so kraftvolle und positive Frau wohl auf eine einsame Insel mitnehmen würde? Ihre persönliche Liste muss sie erst einmal einen Moment überdenken, denn irgendwas einfach so dahinsagen, das will Catherine von Fürstenberg-Dussmann nicht. Dann hat sie die Dinge klar: “Erstens ein Survival-Kit mit einer Decke, Zündhölzern und etwas um Wasser zu reinigen. Zweitens: eine Bibel. Drittens: ein Piano.“ So könnte sie Lieder schreiben und ihre lange vernachlässigten Klavierkünste aufpolieren. Etwas Kreatives sollte man auch auf einer einsamen Insel tun. Denn sich nur mit dem Überleben zu beschäftigen, das reicht nicht. So spielerisch die Antworten auf diese hypothetische Frage sind, so genau spiegeln sie doch das Wesen dieser außergewöhnlichen Frau wider: Den untrüglichen Sinn für praktische Notwendigkeiten, die Spiritualität als Kraftquelle und die kreative Seite, die immer nach Neuem sucht. Vielleicht spielt die Kombination dieser Eigenschaften auch eine Rolle, dass aus der Lebensbegleiterin eines erfolgreichen Unternehmers, die Stiftungsratsvorsitzende eines weltweit agierenden Unternehmens wurde.
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